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Wednesday, 08 February 2012
Zur Geschichte 1336 - 1939 Drucken E-Mail


Neue Zeit und alte Spuren

Auch Manschnow erlebte einen enormen Aufschwung. Die Zahl der Wohngebäude war auf 143 gewachsen und die Einwohnerzahl von 1840 - 1864 um 100 % auf 1.369 gestiegen. Man zählte: 1 Gasthof bei der Wassermühle, 1 Gasthof und 1 Krug im Dorf, 37 spannfähige und 91 nichtspannfähige bäuerliche Besitzungen, 1 Zuckerfabrik (Herzershof), 1 Wasser-, 4 Wind-/1 Roßmühle und 6 Ziegeleien.

Eine französische Karte des "Forts und Brückenkopf Cüstrin" von ca. 1866, auf der auch die Umgebung im Umkreis von ca. 8 km gut dargestellt ist, zeigt Manschnow im Detail. Die Windmühlen beispielsweise liegen: 1 der Windmühle gegenüber, 1 auf gleiche Seite 200 m davor, 1 am Westrand von Bardelebens Teich und die 4., die noch vielen ein Begriff sein wird, Grasnickels Windmühle. Ferner zeigt die Karte 1 Meierei etwa das Grundstück Balke.

Eine weitere Entdeckung war der bereits zuvor erwähnte "Nothdamm"; dieser erscheint bereits auf einer Karte von 1707, wie auch noch auf der französischen Karte von 1866. Der Notdamm verlief auf der Westseite des Stromes zwischem dem Fluß und der sogenannten "Klapperkute". Ab der Strombrücke bei Neu Manschnow Richtung Süd ist er auch heute noch gut zu erkennen. Von hier zog er sich in halbkreisförmigem Bogen Richtung Dorf und lief dann im Abstand von 200 - 250 m nördlich der Chaussee; bei Fiedlers Teich setzt er seine Existenz fort, verläuft in nordwestlicher Richtung und endet am Dorfrand von Gorgast. Die Reste dieses Dammes waren in den 1930-er Jahren außer am Strom, noch deutlich an der Chaussee-Anhebung ("Bardelebens Berg") und am Nordosten-Rand von Fiedlers Teich zu erkennen. Zu dieser Zeit befand sich, außer den beiden genannten Teichen, noch ein dritter, kleiner, südlich der Küstriner Chaussee. Die Straße nach Neu Manschnow verlief ab etwa 500 m hinter der Dorfaue, bis zur Brücke, auf dem Damm. Auf der linken, also nördlich ca. 300 m lang und 50 m breit, wahrscheinlich eine Ausspülung nach einer Überschwemmung. Der Notdamm hatte die Aufgabe, bei Dammbruch und Überschwemmung, die Wassermassen von den Dörfern im oberen Bruch abzuhalten und möglichst über das Strombett nach Norden abzuleiten. Wie weit er diese Aufgabe erfüllen konnte, ist nicht bekannt.

Industrialisierung und Gründerjahre

Die lange Friedensperiode, ausgenommen die "Dänisch-Deutsche Rauferei" 1848/50, und der "Deutsche 8-Wochen-Krieg" von 1866 ist den preußischen Ländern gut bekommen. Wirtschaftliche Prosperität, Wachstum und Wohlstand der Bevölkerung waren die Folge. Auch der Deutsch-Französische Krieg 1870/71 hat das nicht geändert. Zu diesem Einsatz wurden eine ganze Anzahl auch Manschnower Männer gezogen und etliche kamen nicht mehr zurück. Doch die positive Entwicklung in Manschnow wurde dadurch nicht beeinflußt. Die gesamte Fläche der Gemarkung war bis 1863 auf 4.485 Morgen (1.121,25 ha) gewachsen und die Zahl der Einwohner hatte im Jahre 1871 mit 1.506 Seelen den Höhepunkt in ihrer 650-jährigen Geschichte erreicht.

Die Auswirkungen der Industrialisierung und Gründerjahre zeigten sich auch in Manschnow. Die Städte wie Frankfurt (0der) und besonders, dass durch die Eisenbahn so nahe gerückte Berlin, lockten mit ihren Möglichkeiten die Menschen an. Während hier die Einwohnerzahlen schrumpften, fand dort geradezu eine Explosion statt.


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