| Zur Geschichte 1336 - 1939 |
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1787/88 konnten endlich weitere Schritte zur Oderregulierung und Überflutungseindümmung vorgenommen werden. Es wurde der Friedrich-Wilhelm-Kanal zwischen der "Kurzen Vorstadt" (Neustadt) und der Altstadt gebaut und die Warthe durch diesen Kanal umgeleitet. Sie mündete nun nördlich von Küstrin im spitzen Winkel in die Oder. Die Gefahr des Rückstaus durch die rechtwinklige Einmündung der Warthe südlich von Küstrin und damit laufende Gefährdung der Stadt und des Warthebruches, war behoben. Gleichzeitig wurden zwei stärkere Oderschleifen, bei Kalenzig und Klewitz, beseitigt. Somit konnten Wasser und Eis schneller abfließen und die Rückstaugefahr vermindert werden. Als Friedrich der Große am 17.08.1786 die Augen schloß, war die Einwohnerzahl in Preußen von 2,25 Mio 1740, auf 6 Mio gestiegen. Krieg und Besatzung, Reform und Befreiung Krieg und Besatzung, Reform und Befreiung Aus dem Manschnow von 1791 ist zu erfahren, dass außer dem Amtsvorwerk ein "Wiesenvorwerk" errichtet wurde und die Einwohnerzahl in 19 Jahren um ganze 12, auf 295 angewachsen war. Sicher eine Folge der schweren Jahre. Das Kriegs- und Katastrophen-Jahrhundert war vorüber und man schöpfte wieder Hoffnung. 1801 wurden 349 Einwohner gezählt, 26 landwirtschaftliche Betriebe, 2 Vorwerke und erstmals werden 52 Feuerstellen (Wohnhäuser) genannt, außerdem 25 Einlieger, 1 Wasser- und 1 Windmühle (am Strom), 1 Schmiede und ein Krug. Die Freude am Frieden hielt 39 Jahre, dann im Oktober 1806 zwang Napoleon I Preußen in den Krieg. Nach der Niederlage von Jena und Auerstedt am 14.10 marschierten die Franzosen auf Berlin zu. Das Königspaar (Friedrich Wilhelm III und Luise) und die Regierung fliehen auf den üblichen Straßen über Cüstrin nach Königsberg und später Memel. Sie nehmen den gleichen Weg, den schon am 05.11.1730 der unglückliche Katte vor seiner Hinrichtung in Cüstrin hatte nehmen müssen. Es ist aber nicht die uns allen bekannte Chaussee über Seelow - Manschnow -Küstrin; diese spätere "Reichsstraße 1" gab es noch nicht. Die alte Post- und Herrstraße verlief über Vogelsdorf - Müncheberg - Krug hinter Jahnsfelde, zwischen Groß und Klein Raaksee nach Neuentempel - Dolgelin - Sachsendorf - Ratstock südöstlich an Herzershof vorüber, Brücke über die Alte Oder (b. Paddenkrug) -auf dem Damm "Lange Vorstadt" (jetzt Küstrin-Kietz) nach Cüstrin und weiter nach Königsberg/Preußen. Auf dieser Straße brauchte Katte für seinen Transport von Berlin nach Cüstrin drei Tage. Es ist anzunehmen, dass die fliehende königliche Karawane es in zwei Tagen geschafft hat. Am 19.10.1806 traf sie jedenfalls in Cüstrin ein und hat am 24.10. ihre Flucht fortgesetzt. Eine Woche später kam auf gleichem Wege ein französisches Kommando von 250 Mann, um sich ohne jegliche Verteidigung, von der traurigen Figur eines von Ingersleben, seines Zeichens Festungskommandant, die Festung übergeben zu lassen. *1) Artikel zitieren
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