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Wednesday, 08 February 2012
Zur Geschichte 1336 - 1939 Drucken E-Mail


Zur Zeit des Großen Königs (1740 - 1786)

1740 übernahm Friedrich der II. (später der Große) das Regiment in Preußen. Es folgte der 1. schlesische Krieg (1740 - 1742), der 2. schlesische Krieg (1744 - 1745), und als Folge eine Schrumpfung der Betriebe auf 16 und 1 Vorwerk. 1747/48 hatte sich die Situation wieder etwas gebessert und man zählte 5 Bauern und 18 Kossäten (erstmals erblich), weiter 8 1/2 , 12 Hausleute, 4 Paar- und 8 einzelne Einlieger. 1 Krüger, 1 Schmied, 1 Hirte, 1 Schweinehirt, 1 Pferdewächter, 1 Feldhüter und Nachtwächter, außerdem 1 Vorwerk, 1 Amtsschäferei und drei herrschaftliche Häuser. Die gesamte bearbeitete Fläche war auf 2.156 Morgen (539 ha) gestiegen.

Durch den Bau des Oderkanals zwischen Güstebiese und Hohensaaten, und damit Verlegung des Flußbettes 1747 - 1753, wollte Friedrich II. die Überflutungsgeißel der Bruchbewohner endlich bannen. In den zurückliegenden 150 Jahren werden nicht weniger als 8 Dammbrüche und Überflutungen gezählt. Der Weg war richtig, doch die Maßnahmen reichten noch nicht aus. 1756 - 1763 wütete der 7-jährige Krieg. Am 15.08.1758 legte russische Artillerie Küstrin in Schutt und Asche. Die Festung aber konnte dank ihrer günstigen Lage nicht genommen werden. Im August und September 1759 fallen die Russen viermal ins Bruch ein. Die Unglückskette aber reißt für die Bruchbewohner nicht ab.

Ihr Schicksalsfluß: "die Oder" bäumt sich 1770 wieder einmal auf, durchbricht den Damm an 37 Stellen und verursacht eine der größten Überflutungskatastrophen, die das Oderbruch bisher erlebt hatte. Eine Erhebung aus dem Jahre 1772 zeigt, dass die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe sich wieder auf 34 erhöht hat und die Einwohner auf 283 gestiegen sind, die Nebenbetriebe und Handwerker aber, bis auf die Wassermühle und Schmiede, verschwunden sind. Nach dem Frühjahrshochwasser von 1780 mit starken Verwüstungen und dem Hochwasser von 1783, verursacht durch Eisstopf mit Dammbrüchen, folgt nur zwei Jahre später die nächste Katastrophe. Im Frühjahr 1785 türmt sich wieder einmal das Eis in die Höhe und drückt hinunter bis zum Grund. Die Fluten steigen gewaltig und der Damm bricht. Die Folge: 65 Dörfer stehen unter Wasser, 110 Häuser stürzen ein.

Manschnow, durch seine prekäre Lage, nur 4,5 km - 5 km vom Hauptgefahrenpunkt "Entenfang" entfernt, hatte bei dieser Bruchsituation immer besonders zu leiden, weil die Fluten von der Bruchstelle in Richtung Nordwesten ins Niederbruch abflossen und das Dorf als erstes erreichten. Das Oderbruch fällt nämlich nach Westen, zum Seelower Höhenzug, und nach Nordwesten, ins Niederbruch ab. Die Hauptbruchstelle (auch das Hochwasser von 1947) liegt 15 m über N.N., Kietz 13 m, Manschnow 12 m, Neu Tucheband 10 m und 2 1/2 km vor dem Seelower Höhenzug sind es nur noch 8 m. Noch stärker ist der Abfall Richtung Nordwesten. Zechin liegt noch auf 10 m, Letschin 9 m, vor Wriezen sind es nur noch 5 m und in der Gegend von Stolpe ist es nur noch 1 m über N.N.


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