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Wednesday, 08 February 2012
Aufz. Richard Schrang Drucken E-Mail

Aufzeichnungen von Herrn Richard Schrang aus dem Jahre 1986

Richard Schrang (geb. 1919 / verst. 2005) wohnte bis Mitte der 30er Jahre in Manschnow, dann verzogen nach Bad Soden und kam später als Besucher immer wieder gerne nach Manschnow zurück. Seine Ausführungen aus der Geschichte erheben keinen Anspruch auf wissenschaftliche Vollständigkeit, sondern es ist eine Darstellung eines an die Geschichte Interessierten. Bei den statistischen Angaben ist darauf hinzuweisen, dass die Zahlen, die sich auf Manschnow beziehen, immer auch die Wohnplätze: Manschnower Mühle, Wiesenvorwerk, Neu Manschnow und Herzershof beinhalten.

Im Jahre 1336 trat der Rath der Stadt Frankfurt (0der) dem Markgrafen Ludewig (d. Ält., Wittelsb.) die Hälfte des Dorfes Mantzinowe bey der Erwerbung des Eigenthumes von Reuthwen tauschweise ab *9). Die Gründungen der Nachbargemeinden liegen etwa in der gleichen Zeit: Gorgast 1375, Kietz 1388, Reitwein 1316, Rathstock 1354, Tucheband 1336, Golzow 1308; die Städte: Lebus (die Älteste) 1123, Küstrin 1232, Frankfurt 1253, Seelow 1252 *8). Bei Manschnow dürfte das tatsächliche Gründungsdatum, da slawischen Ursprungs, wesentlich früher liegen und kann um das Jahr 1000 geschätzt werden. Die Nachbarwohnplätze entstanden wesentlich später: Neu Manschnow 1816/19 und Herzerhof 1817. Manschnow liegt im oberen (südlichen) Oderbruch, 6 km westlich von Küstrin und 23 km nördlich von Frankfurt (0der). In historischer Zeit war Manschnow nicht nur Dorf (Villa) sondern in der Zeit von etwa 1555 - 1650 Rittersitz mit oberem und niederem Gericht, Wagendienst usw. *9). Die Besitzverhältnisse, die sich in Lehnsherr und Lehnsträger aufgliederten, waren wie folgt:

Lehnsherr:diese stellten:
bis 1537 Markgraf bzw. Kurfürst v. Brandenburgbis 1373 Haus Wittelsbach
1537 - 1598 Bischof von Lebus1373 - 1411 Haus Luxemburg
1598 - 1806 Kurfürst v. Brandenburg bzw. König v. Preußen1411 - 1918 Haus Hohenzollern
Lehnsträger:
bis 1336 Frankfurt (0der)Manschnow zur Hälfte
1396 - 1416 Karthäuser Kloster bei Frankfurt (0der)ganz Manschnow
1416 - 1568/69 "Geschlecht Größe"ca. 1555 m. Ober-, Niedergericht
1572 - 1599 "Geschlecht v. d. Straßen"m. Ober- und Niedergericht
1622 - 1631 "Geschlecht v. Röbel" 1/2 Manschnowm. Ober- und Niedergericht
1622 - 1634 "Geschlecht v. Redern" 1/2 Manschnowm. Ober- und Niedergericht
1631 - 1650 "Geschlecht v. Burgsdorf" 1/2 Manschnowm. Ober- und Niedericht
1634 - 1650 "Geschlecht v. Burgsdorf" zweite 1/2 Manschnowm. Ober- und Niedergericht *9)
1650 kauft Friedrich Wilh. (d. Gr. Kfst.) Manschnow und legt es:

1650 - 1660 zur Amtskammer
1660 - 1731 zum Amt Lebus
1731 - 1815 zum Amt Golzow 
1815 - 1872 zum Amt Sachsendorf *2) 

Aus den ersten 200 Jahren der Existenz von Manschnow ist nur wenig überliefert. Es ist lediglich bekannt, dass es eine Größe von 8 Hufen hatte (eine Hufe = durchschnittl. 60 Pr. Morg., 1 Pr. Morg. = 2.500 qm = 1/4 ha, also noch ein recht kleines Gebilde war. 1460 werden 10 Kossäten, 2 Werder, 1 Richter und 1 Krüger genannt. 1555 ist zum ersten Male vom "Rittersitz und Hof zu Mantschenau" die Rede, der der Ww. Albrecht Großen als Leibgedinge zugesagt wird. *9)


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